Neues Corona-Hilfsprogramm – Wie bekomme ich als Ausbildungsbetrieb Unterstützung?

Umfang des Corona-Hilfsprogrammes

Um während der Corona-Krise die betriebliche Ausbildung zu sichern, wurde ein 500 Millionen Euro schweres Hilfsprogramm auf den Weg gebracht. Das Handwerk sieht darin ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für die duale Ausbildung. Das Programm richtet sich dabei speziell an kleinere und mittelgroße Ausbildungsbetriebe.

Das Kabinett beschloss nach Angaben eines Regierungsvertreters erste Eckpunkte für eine Ausbildungsprämie. Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten sollen 2000 oder 3000 Euro pro Lehrling erhalten. Falls der Betrieb schon in Kurzarbeit ist oder mit einem Umsatzeinbruch zu kämpfen hat. Dafür sind ~280 Millionen Euro eingeplant.

In der Handwerksbranche herrscht allerdings Sorge, dass die betriebliche Ausbildung einbricht. Grund dafür ist, dass im Vergleich zum Vorjahr bisher deutlich weniger Lehrverträge für das im Herbst beginnende Ausbildungsjahr abgeschlossen wurden. Neben der Ausbildungsprämie sehen die Eckpunkte auch Hilfen vor, wenn Kurzarbeit für Lehrlinge vermieden oder wenn Auszubildende aus insolventen Betrieben übernommen werden.

So unterstützt die Bundesregierung kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe:

  • Betriebe, die von der Corona-Krise betroffen sind, bekommen eine Prämie i.H.v. 2000 Euro, wenn sie ihr Ausbildungsniveau halten
  • Betriebe, die ihr Ausbildungsplatzangebot erhöhen, erhalten 3.000 Euro Prämie für jeden zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag
  • Betriebe, die für Auszubildende und deren Ausbilder keine Kurzarbeit anmelden, werden besonders unterstützt. Geplant ist eine Förderung von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung
  • Betriebe, die Auszubildende übernehmen, deren Unternehmen die Ausbildung aufgrund von Corona nicht fortsetzen können, werden auch unterstützt. Für die Übernahme einer sogenannten Auftrags- oder Verbundausbildung erhält ein Betrieb eine Prämie von 1.500 Euro. Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildung-Dienstleister werden mit 8.000 Euro unterstützt
  • Betriebe, die Auszubildende von Betrieben übernehmen, die Insolvenz anmelden mussten, erhalten eine Prämie von 3.000 Euro pro Auszubildenden

Ein Schritt in die richtige Richtung

„Mit der nun beschlossenen Ausbildungs- sowie Übernahmeprämie setzt die Bundesregierung gerade in der aktuellen Corona-Pandemie ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für die duale Ausbildung“, kommentiert Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer. Die Betriebe im Handwerk sehen das Hilfspaket als großen Erfolg, da es die Grundlage der Fachkräftesicherung in Deutschland setzt. „Mit der beschlossenen Ausbildungsprämie erhalten kleine und mittlere Betriebe, die sich trotz Kurzarbeit oder massiver Umsatzeinbußen weiter für die Fachkräfte Nachwuchssicherung stark machen, eine wichtige Anerkennung.“

Zudem gibt die Übernahmeprämie für Auszubildende jungen Menschen das deutliche Signal, dass der Staat sich für ihre berufliche Zukunft einsetzt und eine berufliche Ausbildung krisenfest Bestand hat.