Handwerk und Corona: Sind die „fetten“ Jahre vorbei?

Das Handwerk nach Corona: Ende des Bau-Booms?

In den letzten Jahren brummte für viele Handwerker das Geschäft - dank Bau-Boom und guter Wirtschaftslage. Je länger die Corona-Krise geht, stellt sich jedoch die Frage: was passiert danach? Erleben wir das Ende der "fetten" Jahre für das Handwerk? Wir stellen 3 Thesen auf.

Ältere Hasen erinnern sich an den Anfang der 2000er-Jahre: Damals gab es es eine regelrechte Eiszeit im Handwerk, viele Betriebe mussten Insolvenz anmelden. Dank billigen Krediten und guter Konjunktur brummte das Geschäft aber in den letzten 10 Jahren. Während immer mehr Aufträge reinkamen, mangelte es vor allem an Fachkräften. Bei Lieferanten war „Ich kann liefern“ ein Wettbewerbsvorteil. Doch bereits vor der Corona- Krise warnte etwa einige Handwerksvertreter vor dem Ende des Booms.  

Mit der Corona-Krise stellt sich nun endgültig Frage: kommt jetzt endgültig das Ende des Booms für das Handwerk? Wie steht es um künftige Aufträge? Und was bedeutet das für den Fachkräftemangel im Handwerk? 

1. Die Nachfrage wird zurückgehen - staatliche Bauaufträge können aber helfen

Wenn das Geld knapp wird, werden private Auftraggeber teure Investitionen in Wohnung und Haus aufschieben. Dies wird Handwerksunternehmen direkt treffen. Doch auch gewerbliche Investoren halten sich in einem unsicheren Umfeld zurück. Beides spüren Handwerker und Bauträger bereits jetzt. 

Es ist zu erwarten, dass in den nächsten Monaten der Abschwung anhalten wird.  Die Nachfrage wird deshalb zurückgehen. Gleichzeitig sind in einer Krise staatliche Aufträge ein erprobtes Mittel, um die Wirtschaft anzukurbeln. Das Geld könnte direkt Bauunternehmen und Handwerkern zu Gute kommen, die Ausschau nach den Ausschreibungen halten sollten. Am Ende könnte der Effekt deswegen gar nicht so dramatisch sein.

2. Wer als Handwerker die Krise übersteht, wird gestärkt hervorgehen

Nicht alle Handwerksunternehmen werden die Krise überleben. Gerade junge Betriebe und „Generalisten“, die keine etablierte Stammkunden oder enge Beziehungen zu Lieferanten haben, werden es schwerer haben. Insolvenzen – oder auch Verkäufe und Zusammenschlüsse – könnten die Folge sein. 

Das kann eine Chance für andere Handwerksbetriebe sein. Denn die Krise kann so eine „bereinigende“ Wirkung haben. Wer während und nach Corona für seine Kunden da sein kann, kann künftig den Zuschlag für Bauvorhaben erhalten. Letztlich wird dann auch die Konkurrenzsituation eine andere sein. Deswegen: durchhalten und weitermachen! Wenn es schlecht läuft, kann es oft nur besser werden. 

3. Handwerksbetriebe und Lieferanten müssen effizienter werden

In den letzten Jahren haben sich viele Betriebe auf den gut laufenden Geschäften ausgeruht. Was in anderen Branchen zu „alten Zöpfen“ zählt, ist in der Baubranche oft Neuland: Elektronische Bestellsysteme, digitale Tools zur Zusammenarbeit und eine Kundendatenbank. Oft haben wir dazu gehört: „Digitalisierung im Handwerk – brauche ich nicht! Läuft doch so.“

Dies ist ein Trugschluss. Denn Unternehmen der Baubranche und des Handwerks, die jetzt schlaue Software in Ihren Alltag einbinden, schaffen mehr Zeit für echte Arbeit und sparen Kosten. Das hilft auch gegen den Fachkräftemangel. Wir glauben fest daran und haben dafür Simplo entwickelt – eine kostenfreie-Bestellapp für die Bauindustrie, die so einfach wie WhatsApp ist. Wie viele Andere möchten wir dabei das Handwerk unterstützen, den digitalen Wandel als Chance und nicht als Bedrohung zu sehen. Denn wir sind überzeugt: Maschinen werden echte Handarbeit niemals ersetzen können.