Grundfähigkeitsversicherung: Das sollten Sie als Handwerker wissen

Schützen Sie Ihre Existenz

Oft wird das Risiko unterschätzt, aber jeder vierte Arbeitnehmer kann seinen Beruf nicht bis zur Rente ausüben. Leider hat dies oft drastische finanzielle Folgen. Gerade für Handwerker, die körperlich schwer arbeiten, ist es daher wichtig, sich abzusichern. Doch die wenigsten sind richtig informiert über Berufsunfähigkeit und die Grundfähigkeitsversicherung.

Erst, wenn eine körperliche Fähigkeit ausfällt, wird einem be­wusst, wie wich­tig ein gesunder Körper ist. Oft lässt sich dies kompen­sie­ren. Aber was, wenn Sie täglich genau diese Fähigkeit beruf­lich benötigen? Und Sie Ihren gewohn­ten Beruf deshalb nicht mehr ausüben können? Dann gerät Ihre ge­samte Exis­tenz in Schieflage.

Viele meinen eine Versicherung sei zu teuer, allerdings lohnt sich ein genauerer Blick. In dem folgenden Artikel klären wir Sie über die wichtigsten Fakten zur Grundfähigkeitsversicherung auf.

Was ist eine Grundfähigkeitsversicherung?

Eine Grundfähigkeitsversicherung ver­sichert den Verlust oder die starke Be­einträchtigung Ihrer geis­tigen und kör­perlichen Fähigkeiten. Stellen Sie sich vor, Sie verlieren als Schreiner eine Hand. Damit ist Ihr Ein­kommen und Ihre Existenz bedroht. Eine Grundfäh­ig­keitsversicherung sorgt dafür, dass kör­per­liche oder geistige Einschrän­kungen nicht zu finanziellen werden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine Rente, wenn Sie bestimmte elementare körperliche oder geistige Fähigkeiten verlieren.
  • Als Grundfähigkeiten gelten zum Beispiel Sehen, Sprechen oder der Gebrauch der Hände.
  • Wann genau eine versicherte Fähigkeit als verloren gilt, ist in den Versicherungsbedingungen definiert und unterscheidet sich je nach Anbieter.
  • Unterschiedlich ist auch, wie viele Fähigkeiten der Versicherte verlieren muss, damit er eine Rente erhält.
  • Die Grundfähigkeitsversicherung kann eine Alternative sein, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung zu teuer ist. Sie bietet allerdings einen deutlich geringeren Schutz.

Warum ist eine Grundfähigkeitsversicherung so wichtig?

Fehlt eine private Absicherung der eigenen Arbeitskraft, droht im Ernstfall der soziale Abstieg. Der Gesetzgeber hat vor 18 Jahren die Leistungen für alle nach dem 2. Januar 1961 Geborenen deutlich reduziert. Wie schnell Arbeitnehmer nach einem Unfall oder einer Krankheit in eine prekäre Situation geraten können, zeigt ein Blick auf die gesetzlichen Regelungen. 

Zunächst erhält der Arbeitnehmer sechs Wochen eine Gehaltsfortzahlung. Danach gibt es bis zu 72 Wochen Krankentagegeld. Dieses beträgt bis zu 78 Prozent des Nettoverdienstes. Wer dann immer noch nicht arbeiten kann, erhält vom Staat mitunter eine Erwerbsminderungsrente. Diese gibt es allerdings nur dann in voller Höhe, wenn der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, wenigstens drei Stunden am Tag irgendeiner Tätigkeit nachzugehen. Dabei spielt die berufliche Qualifikation für alle nach dem 2. Januar 1961 Geborenen keine Rolle. Sofern der Handwerker noch drei bis sechs Stunden am Tag als Pförtner arbeiten kann, wird die Erwerbsminderungsrente halbiert. Eine Erwerbsminderungsrente vom Staat erhalten zudem in der Regel nur diejenigen, die mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Wie hoch diese letztendlich ausfällt, hängt unter anderem davon ab, wie viel der Betroffene in die Rentenversicherung eingezahlt hat. Wer 2017 erstmals eine Erwerbsminderungsrente beantragt hat, hat im Schnitt 716 Euro im Monat erhalten. Zu wenig, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. 

Wann leistet die Versicherung?

Eine Grundfähigkeitsversicherung zahlt die vereinbarte Rente aus, wenn eine der festgelegten Fähigkeiten für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten verloren gegangen ist.

Daher ist eine Leistungsprüfung in der Regel einfacher als bei einer Berufsunfähigkeits­versicherung. Während dort mitunter erst aufwändig – in Einzelfällen auch mit Hilfe von Gutachtern – geklärt werden muss, ob der Grad einer Berufsunfähigkeit (meist 50 Prozent) erreicht wurde, ist die Definition des Leistungsfalls hier eindeutiger.

Die Versicherung zahlt beispielsweise, wenn man sich nicht mehr mit beiden Knien auf den Boden knien und aus eigener Kraft wieder aufstehen kann. Ist man dazu nicht mehr in der Lage, erhält man die vereinbarte Rente.

Darauf sollten Sie bei einer Grundfähigkeitsversicherung unbedingt achten:

  • Prüfen Sie genau die Definition von „Verlust“ der für Sie rele­vanten Grundfähigkeiten. Den­ken Sie dabei konkret an Ihren Arbeits­alltag.
  • Achten Sie auf Nachversiche­rungsgarantien ohne erneute Gesundheitsprüfung. So passen Sie Ihren Schutz an Ihre verän­derten Lebensumstände an.
  • Vereinbaren Sie eine Rente von möglichst 60 % Ihres Brutto­einkommens. Schließen Sie am besten bis zum Rentenbeginn-Alter 67 ab.
  • Der Einstieg in die Grundfähig­keitsversicherung ist leichter als der Zugang zur Berufs­un­fähig­keitsversicherung. Aber: Beant­wor­ten Sie alle Gesund­heits­fragen der Wahr­heit entspre­chend. Sonst droht Ihnen im Leistungsfall eine Ablehnung wegen Ver­letzung der vorver­traglichen Anzei­gepflicht.
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