Corona: So komme ich als Handwerker an Soforthilfen

Corona: Auswirkungen auf das Handwerk

Gestern wurde verkündet, dass zuvor beschlossene Ausgangssperren im Zuge der Corona-Krise bis zum 20.04.2020 verlängert werden. Die sowieso angespannte Situation verschärft sich weiter. Viele kleine Handwerksbetriebe fragen sich daher: was mache ich jetzt?

Vielerorts stehen vor allem kleinere Handwerksbetriebe vor einer Herausforderung, wie es sie selbst zum Anfang der Jahrtausendwende kaum gab: Laut einer im Handelsblatt veröffentlichen Umfrage des ZDH beklagen 3 von 4 Betrieben Umsatzrückgänge. Mehr als 50% sehen sich zudem mit stornierten Aufträgen konfrontiert, die nicht selten existenzgefährdend sind. Private Auftraggeber lassen dabei aus Angst vor Ansteckungen keine Handwerker mehr in die eigenen vier Wände. Auf der anderen Seite stehen gewerbliche Anbieter, die in unsicheren Zeiten zurückhaltender agieren und Aufträge verschieben. Osteuropäische Kollegen sind oft in die Heimat zurückgekehrt, während andere Mitarbeiter wegen geschlossener Schulen die Betreuung der Kinder übernehmen mussten und auf der Arbeit fehlen.

Viele Unternehmen brauchen vor allem eins: schnelle und unbürokratische Hilfe. Neben Krediten und Kurzarbeit soll dabei vor allem Soforthilfen entlasten, die der Bund beschlossen hat. Wir haben für Sie zusammengestellt, wie und wo Sie die Hilfen beantragen können. 

 

Soforthilfe – Für Handwerker und Baunternehmen während der Corona Krise

In Deutschland sind unzählige Handwerker, KMUs, Selbstständige oder Freiberufler durch die Corona-Krise unverschuldet in eine finanzielle Schieflage geraten. Bund und Länder haben einem Notfall-Programm für Corona-geschädigte Unternehmen zugesagt. In diesem Abschnitt finden Sie die wichtigsten Informationen und Links zu Soforthilfen.

Unternehmen, die im Zuge der Corona-Krise unverschuldet in eine finanzielle Schieflage geraten sind, können bei Förderbanken und Behörden im jeweiligen Bundesland einen zinslosen Zuschuss ohne Rückzahlungsverpflichtung beantragen. Dabei sind diese sowohl für die Auszahlung der Bundeshilfen als auch für die Extra-Programme der Länder zuständig. Meist reichen dabei einfache Angaben:

  • Name
  • Straße
  • Postleitzahl
  • Rechtsform der Firma
  • Ausweisdokument
  • Steuernummer
  • Bankverbindung der Firma
  • Umsatzsteuernummer (wenn vorhanden)
Zur Überprüfung finanzieller Angaben kommt es vorerst nicht kann – man kann jedoch annehmen, dass dies zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt wird. Dabei ist der Ansturm groß: so waren etwa bei der IBB in Berlin mehr als 200.000 Menschen in der Warteschlange, die Technik versagte. Folge: bis Montag bleibt die Antragsstrecke deswegen geschlossen. Trotzdem schüttete die IBB bereits jetzt mehr als 1,3 Milliarden Euro an rund 140.000 Unternehmen aus. Das Berliner Beispiel zeigt: es lohnt sich, als Handwerksbetrieb einen Antrag auf die Corona-Soforthilfe zu stellen.  
 
Jedes Land bestimmt dabei selbst, wie es eigene Landesprogramme und Bundesprogramme zur Corona-Unterstützung kombiniert. Um Orientierung zu schaffen, haben wir deswegen eine Übersicht für Handwerks- und Baubetriebe erstellt. 

Die Soforthilfe des Bundes sieht folgende Zuschüsse vor:

  • Bis zu 9.000 € | Für Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten
  • Bis zu 15.000 € | Für Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten

Die Antragsfrist endet am 31. Mai 2020.

Die Anzahl der Mitarbeiter wird wie im folgenden Aufgelistet berechnet:

  • Mitarbeiter bis 20 Stunden werden mit dem Faktor 0,5 angerechnet
  • Mitarbeiter bis 30 Stunden mit dem Faktor 0,75 angerechnet
  • Mitarbeiter über 30 Stunden werden vollständig angerechnet 
  • Mitarbeiter auf 450 Euro-Basis mit Faktor 0,3 angerechnet

Übersicht Bundesländer
Stand: 3. April 2020, 09:38 Uhr*

*Leider kann es sein, dass Links in der Zwischenzeit ungültig sind bzw. geändert wurden. Wir versuchen jedoch, die Liste auf dem aktuellen Stand zu halten.

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