Azubis gesucht? So machen Sie Ihren Betrieb attraktiver für Bewerber

Last-Minute-Azubimarketing

Bald ist es so weit: Am 1. September 2020 startet in vielen Handwerksbetrieben das neue Ausbildungsjahr. Trotz derzeitiger Anreize wie der Ausbildungsprämie dürfte es vielen Betrieben schwerfallen, geeignete Bewerber für ihre Ausbildungsstellen zu finden. Laut Berufsbildungsbericht 2020 waren bereits im Jahr 2019 knapp über 53.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Mit einer ähnlich hohen Zahl ist auch in diesem Jahr zu rechnen, heißt es im Report.

Wer heutzutage als Handwerker gute Azubis sucht, muss sich etwas einfallen lassen. Die Unternehmenskultur, das Team- und Wir-Gefühl spielen eine zunehmende Rolle. Und die sozialen Medien werden für die Ansprache immer wichtiger. Junge Leute lassen sich längst nicht mehr nur von kreativen Stellenausschreibungen und gutem Gehalt überzeugen. Das Gesamtpaket muss stimmen. Vier Tipps, wie es Betrieben gelingen kann, für die Azubis von heute attraktiv zu sein:

1. Präsent sein

Zunächst muss man kommunizieren, dass es freie Ausbildungsplätze gibt. Der kostengünstigste Schritt ist ein prominent auf der eigenen Internetseite platziertes Stellenangebot. Auch die sozialen Medien sind gut geeignet, um Stellenangebote zu präsentieren. Daneben bieten Lehrstellen- und Jobbörsen der Handwerkskammern und der Arbeitsagenturen die Möglichkeit, kostenlos freie Ausbildungs- sowie Praktikumsplätze zu inserieren.

2. Kontakt suchen

Messen eignen sich gut, um Kontakte zu knüpfen. Ein einladender Auftritt des Unternehmens schafft Vertrauen und Interesse bei den Nachwuchskräften und nicht zuletzt auch bei deren Eltern – denn die sind meist an der Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen beteiligt. Oder man besucht die potenziellen Nachwuchskräfte in ihrem direkten Lebensumfeld: der Schule. Sponsor des Schulfestes zu sein, kann beispielsweise für relativ wenig Geld ziemlich viel Aufmerksamkeit bei der Zielgruppe erzeugen.

3. Soziales Engagement

Gerade für junge Leute ist es wichtig, dass ihr künftiger Arbeitgeber ein gutes Image hat und sich sozial engagiert. Das geht ganz einfach: Man kann zum Beispiel Praktika für Flüchtlinge anbieten oder leistungsschwächeren Schülern mit einem Langzeitpraktikum helfen, fit für den Berufseinstieg zu werden. Derartiges Engagement spricht sich herum – und trägt dazu bei, ein positives Image aufzubauen während man gleichzeitig gutes tut.

4. Auslandsaufenthalte anbieten

In jungen Jahren ins Ausland zu gehen, gehört fast schon zum guten Ton. Ein Auslandsaufenthalt geht prinzipiell auch während der Ausbildung: Vielleicht kann man seinen Azubi ja für ein Praktikum ins Ausland schicken, um dort Erfahrungen zu sammeln. Einige Handwerkskammern helfen bei der Vermittlung. Dass diese Möglichkeit besteht, muss natürlich auch kommuniziert werden – dafür bieten sich Homepage und soziale Medien an.

So finden Sie Azubis über Social Media

Trotz der vielen unbesetzten Ausbildungsplätze sollten Handwerksunternehmer die Hoffnung nicht verlieren: Wer noch kurzfristig einen Azubi finden möchte, sollte auf Social Media setzen. Denn Junge Menschen wollen dort angesprochen werden, wo sie sich am häufigsten aufhalten und das sind eben die digitalen Medien. 

Eine gut aufbereitete Karriereseite ist die Grundlage, um den Weg in die digitalen Medien zu wagen. Denn alle Social-Media-Posts sollten mit der eigenen Karriereseite verlinkt sein. Welche Social Media-Plattformen sich aktuell am besten fürs Azubi-Marketing eigenen und was bei Aufbau und Pflege der Kanäle zu beachten ist, haben wir übersichtlich zusammengefasst:

Für die Azubi-Suche eignet sich vor allem die Plattform Instagram sowie das Videoportal TikTok, da sich hier vorwiegend eine jüngere Zielgruppe aufhält. Facebook sowie die Berufsnetzwerke Xing und LinkedIn sind dagegen eher nicht zu empfehlen, da die Zielgruppe älter bzw. der inhaltliche Fokus anders ist.

Unser Tipp: Statt auf zu viele Kanäle zu setzen, besser intensiv weniger Kanäle regelmäßig mit Inhalten bespielen.

Am authentischsten ist es, wenn man bereits im Betrieb beschäftigte Azubis sozusagen als Influencer einsetzt. Sie kennen sich schließlich am besten aus mit den sozialen Medien und sprechen die Sprache der Jugendlichen. Chefs können den Social-Media-Kanal in die Hände ihrer Auszubildenden legen – als eine Art Azubiprojekt, für das wöchentlich etwas Zeit eingeräumt wird. Die Auszubildenden können im Rahmen des Projekts den Aufbau des Kanals selbstständig durchführen, eigene Ideen für Postings entwickeln und diese selbst umsetzen.

Kurzvideos sind derzeit absolut Trend. Das zeigt auch, warum TikTok so beliebt bei Jugendlichen ist. Über das chinesische Videoportal lassen sich kurze Musik-Clips erstellen, zu denen auf lustige Art und Weise getanzt werden kann. Auch eine Lippensynchronisation ist möglich. Der Vorteil: Kurzvideos sind kostenlos und einfach mit dem Handy umzusetzen. In einer Zeit, in der die Aufmerksamkeitsspanne kurz ist, lassen sie sich leicht konsumieren. Inspiration für Videos bieten die Kanäle anderer Betriebe, aber auch der eigene Unternehmensalltag. Auf TikTok kann zudem an sogenannten Musik-Challenges teilgenommen werden. Hierüber lässt sich auf humorvolle Art und Weise Aufmerksamkeit für den Betrieb erzeugen. Ein gutes Beispiel für ein TikTok-Profil im beruflichen Kontext ist der Kanal vom Klinikum Dortmund.

Sowohl auf Instagram als auch TikTok lassen sich Hashtags nutzen, damit Inhalte besser gefunden werden. Handwerker können zum Beispiel den Hashtag #Bau nutzen, Maler etwa zielgruppenrelevante Hashtags rund ums Streichen. Je spezifischer die Hashtags sind, desto besser. Es empfiehlt sich auch, als Betrieb eigene Hashtags zu etablieren, über die sich die gesamten Profilinhalte bündeln lassen. Ein spezifisches Hashtag könnte z. B. der eigene Unternehmensname sein.

Wer nicht genügend Zeit hat, um täglich bzw. wöchentlich Inhalte zu posten, der kann auf kostenlose Social Media-Management-Tools zurückgreifen und Postings vorplanen. Ein Beispiel für solch ein Tool ist Buffer, das man 14 Tage kostenlos testen kann. Außerdem hilft es, einen Redaktionsplan anzulegen. So muss man sich nicht in kurzen Abständen neue Ideen für Posts einfallen lassen. Ähnliche Funktionen bietet die Plattform later.com. Man kann unter anderem Posts vorplanen und automatisch zu bestimmten Tageszeiten posten lassen.

Für wenig Geld lässt sich z.B. über Instagram gezielt Werbung für die eigene Ausbildungsstelle machen. Der Vorteil: Die Werbung lässt sich speziell an Menschen aus Region und im passenden Alter richten. Instagram-Nutzer können diese Werbung nicht überspringen.